Da geht das Herz auf Rebecca Gros und Andi Dreger wollen mit ihrem Social-Day-Netzwerk Unternehmen und soziale Projekte zusammenbringen

„Mit unserer Idee gehen wir ‚all in‘!“ Wenn Rebecca Gros und Andi Dreger über ihr Herzensprojekt sprechen, dann steht der Ausdruck „all in“ nicht für Zockermentalität, sondern für Begeisterung und Entschlossenheit. So wie der Pokerspieler alle Chips in die Tischmitte schiebt, weil er von seinem Blatt überzeugt ist, so setzen die beiden FH-Alumni alles auf die Karte Social Day. Sie haben sich mit ihrer Idee selbstständig gemacht und wollen ein Netzwerk aufbauen, bei dem Unternehmen aus der Region sich gesellschaftlich engagieren.

„Beim Social Day bekommen Mitarbeitende der Unternehmen für einen Tag die Gelegenheit, eine soziale Initiative tatkräftig zu unterstützen“, erläutern Rebecca und Andi die Grundidee. Dabei gehe es nicht in erster Linie um finanzielle Aspekte, vielmehr seien Ressourcen wie Zeit, Wissen, Kompetenz, Kontakte und Logistik gefragt. Firmen und soziale Einrichtungen könnten gemeinsam für das Gemeinwohl ihrer Heimatregion Aachen handeln. „Unternehmen haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, betont Andi, „und Verantwortung beginnt in der unmittelbaren Umgebung.“ Nicht zuletzt sei eine Teilnahme am Social Day auch ein Statement des Unternehmens für gesellschaftliches Engagement.

„Es ist toll, wie viele soziale Initiativen es in Aachen gibt“, sagt Rebecca Gros. Entsprechend vielfältig sind auch die Möglichkeiten des Engagements beim Social Day: Die Teilnehmenden können sich an Bau- oder Renovierungsarbeiten beteiligen, die Betreuung bei einem Ausflug übernehmen oder Workshops und Coachings anbieten. „Es ist auch denkbar, dass eine IT-Spezialistin einen Kindergarten beim Aufbau einer Website berät“, nennt Andi Dreger als Beispiel. Über eine Matchingplattform können sich interessierte Unternehmen über die Bandbreite der Möglichkeiten informieren.

Im vergangenen Jahr fand die erste Auflage statt, damals noch unter dem Dach des Aktionstags der Wirtschaft. Elf Unternehmen nahmen teil, vierzehn Projekte wurden mit 350 Arbeitsstunden unterstützt. In diesem Jahr wird der Social Day erstmals von Rebecca Gros und Andi Dreger verantwortet; er findet im September statt. „Unsere Idee stößt auf sehr positive Resonanz“, betonen die beiden, einige renommierte Firmen seien schon an Bord. Beim Matching-Day im Depot Talstraße bekamen beide Seiten – interessierte Unternehmen und soziale Initiativen – im Juni Gelegenheit, sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Die beiden FH-Absolvent:innen sehen ihr Engagement langfristig, der Aufbau eines solchen Netzwerks koste Zeit. Sie sind von ihrer Idee überzeugt, weil sie den Wert ehrenamtlichen sozialen Engagements sehr hoch einschätzen. Auch privat sind sie gesellschaftlich aktiv: Im vergangenen Jahr verbrachten sie drei Monate in Namibia, um bei einem sozialen Projekt in einem Township in Windhoek zu helfen. „Gemeinsam können wir unglaublich viel bewegen“, sagen die beiden, mit ihrer Arbeit wollen sie einen Beitrag dazu leisten.

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Arnd Gottschalk M.A.

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