Forschungsflugplatz FH.AERO.SCIENCE

Ein Kristallisationspunkt für die neue Luftfahrt FH bündelt Forschungsarbeit am Flugplatz Merzbrück

"Zusammenarbeit ist die DNA unseres Fachbereichs", betont Prof. Dr. Peter Dahmann als Projektleiter und ehemaliger Dekan des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik. Er steht in einem der Hangars am Forschungsflugplatz Würselen-Aachen, gemeinsam mit seinen Kollegen, die die unterschiedlichen Fachrichtungen vertreten: Prof. Dr. Frank Janser (Strömungsmechanik und Aerodynamik), Prof. Dr. Carsten Braun (Luftfahrzeugtechnik), Prof. Dr. Tobias Ostermann (Flugmechanik und Luftverkehrssysteme) sowie Prof. Dr. Tobias Weber (Verbundwerkstoffe und Fertigungstechnik). Unter den hohen Dächern der Flugzeughalle geben die Professoren einen Einblick in ein zukunftsweisendes Bauprojekt, das direkt am Forschungsflugplatz in der Städteregion Aachen realisiert werden soll.

Themenübergreifende Forschung

Die enge Zusammenarbeit von Lehrenden und Forschenden, die sich am Fachbereich etabliert hat, soll sich im Jahr 2028 in einem Gebäude manifestieren. Mit direktem Zugang zum Flugfeld des Forschungsflugplatzes Würselen-Aachen wird das geplante Bauprojekt FH.AERO.SCIENCE am AEROPARK Merzbrück zu einem Nukleus für Technologieentwicklung und Ausbildung werden. Im Fokus steht die praxisorientierte und vielseitige Nutzung; unter dem Dach des Lehr- und Forschungszentrums werden hochaktuelle Forschungsarbeiten, Technologie- und Innovationstransfer sowie Aus- und Fortbildungen zusammenfinden. "Wir alle forschen und lehren zwar in unterschiedlichen Feldern, die verschiedenen Themen greifen jedoch stark ineinander. Unsere Projekte können entstehen, weil wir sie gemeinsam verwirklichen", betonen die Professoren.

Luftfahrt steht vor großen Herausforderungen

Die Eindämmung des Klimawandels stellt auch die Luftfahrt vor große Herausforderungen, es bedarf neuer Technologien und Konzepte. Eine wichtige Aufgabe besteht in der Dekarbonisierung des Luftverkehrs. Mithilfe alternativer Antriebstechniken wie etwa elektrischer oder hybrider Antriebe und klimaverträglicher Flugkraftstoffe soll dazu beigetragen werden, dass der Flugverkehr in Zukunft umweltfreundlicher und auch leiser wird. Die Entwicklung von serienreifen und sicheren Antriebstechniken ist neben der Konzeptionierung neuer Verkehrsmodelle und innovativer Luftfahrzeuge eine der drei wesentlichen Säulen einer neuen Luftfahrt. Die fortschreitende Digitalisierung leistet hier ebenfalls einen wertvollen Beitrag und sorgt dafür, dass Abläufe optimiert ausgeführt werden und der Flugbetrieb dadurch effizienter und sicherer wird.

 

 

Praxisorientierter Forschungs- und Lehrbetrieb

Labore, Besprechungsräume, Büros, die Anwendungen von digitalen Werkzeugen und Methoden (CAx-Raum, Flug- und Systemsimulation), ein Hangar mit Werkstattflächen oder auch eine Observationsplattform sollen in dem Zentrum einen praxisorientierten und innovativen Forschungs- und Lehrbetrieb ermöglichen. Die direkte Arbeit mit und an Forschungsflugzeugen, etwa deren Ausstattung mit Sensoren und Messinstrumenten vor Ort, und kurze Wege sind ein Kernelement der Vision für das Bauprojekt.

Entwicklung des Rheinischen Reviers

Unter anderem würden die Forschungsvorhaben im geplanten FH.AERO.SCIENCE die Gebiete Luftfahrzeugentwurf, Luftfahrzeugstrukturen, Antriebe, Flugverfahren und fortgeschrittene Luftverkehrssysteme umspannen. Neue Technologien haben sich in der Luftfahrt häufig aus kleinskalierten Anwendungen zur Großluftfahrt entwickelt. Das bietet hervorragende Chancen für neue Unternehmen und Lieferketten. Es entsteht allerdings für meist kleine und mittelständische Unternehmen oder auch Start-ups ein erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Im direkten Dialog könnte die FH Aachen zusammen mit den Unternehmen der regionalen Luft- und Raumfahrtindustrie Forschungs- und Entwicklungsaufträge erarbeiten und direkt vor Ort erproben. Ein Beispiel wäre, das Forschungsflugzeug der FH Aachen im Hangar FH.AERO.SCIENCE mit den jeweils erforderlichen Sensoren und Messinstrumenten für wissenschaftliche Observationsflüge auszustatten, etwa zur präventiven Waldbrandvermeidung oder zur Erprobung neuer Antriebskonzepte. Die Erkenntnisse ließen sich zudem direkt in den Lehrbetrieb am Campus integrieren und trügen zur Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik bei, und das inmitten des Strukturwandelgebiets Rheinisches Revier. "Wir haben uns zu einer praxisorientierten Lehre verpflichtet, und eine praktische Ausbildung in der Luft- und Raumfahrttechnik funktioniert nur, wenn man auch wirklich fliegen kann", erzählt Prof. Janser. Prof. Dahmann ergänzt: "FH.AERO.SCIENCE wird ein wesentlicher Bestandteil zur Entwicklung des Bereiches Aviation im Rheinischen Revier sein."

Gute und enge Zusammenarbeit

Doch nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb eines Fachbereichs lässt das Bauprojekt weiter Form annehmen, auch die gute Abstimmung mit den Dezernaten der Zentralverwaltung komplettiert die Vision. "Hervorzuheben ist vor allem auch die enge und gute Zusammenarbeit mit dem Dezernat Finanzen und dem Dezernat Facility Management. Zusammen mit Sabine Dörfler, Karina Machala, Hannelore Winkhold, Wladimir Stefan und Günther Klein besteht ein stetiger, produktiver Austausch und gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die das Projekt weiter nach vorne bringen", lobt Prof. Dahmann.

Ein starkes Team

Im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik sind weitere Kollegen direkt in die Luftfahrtforschung eingebunden: Prof. Dr. Harald Funke (Gasturbinen und Flugtriebwerke), Prof. Dr. Daniel Grates (Strömungsmaschinen und Versuchstechnik), Prof. Dr. Thomas Esch (Thermodynamik und Verbrennungstechnik), Prof. Hans Kemper (Energiespeichersysteme), Prof. Dr. Marc Havermann (Strömungslehre, insbesondere Aerodynamik und Gasdynamik), Prof. Dr. Philipp Hartmann (Mess- und Regelungstechnik). Auch die weiteren Kolleginnen und Kollegen sind direkt oder indirekt in der Luft- und Raumfahrtforschung aktiv.

"Das Lehr- und Forschungszentrum FH.AERO.SCIENCE ist für unseren Fachbereich ein strategischer Meilenstein, der es uns ermöglicht, mit gebündelter Expertise die Zukunft der Luftfahrt in Lehre und Forschung praxisnah und nachhaltig zu gestalten."

Prof. Dr. Bernd Dachwald, Dekan des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik

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Marcussen, Julia B.A.

Ehem. Volontärin
Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
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