Studierende erarbeiten ein Konzept für den Campus Eupener Straße

Ideen für den Campus Architekturstudierende entwickeln Szenarien für den Standort Eupener Straße

Ideen und Konzepte für die Hochschule der Zukunft gibt es reichlich – von neuen Formen des Lehrens und Lernens über Kollaboration und Interdisziplinarität bis hin zur Präsenzhochschule mit Hybrid-online-Elementen. Wie aber wirkt sich das auf die Gebäude der Hochschule aus? Wie müssen Räume zugeschnitten und ausgestattet sein, welche Wünsche und Bedürfnisse haben Studierende, Lehrende und Beschäftigte?
Erste Antworten gibt ein spannendes Projekt, das acht Architekturstudierende der FH gemeinsam mit Prof. Dr. Evelin Rottke und Prof. Martin Zerwas betreiben. Das Vorhaben ist auf mehrere Semester angelegt, am Ende soll ein umfassendes Konzept für den Campus Eupener Straße stehen. Das Besondere ist, dass sowohl andere Fachbereiche und Institute als auch das Dezernat Facility Management der Hochschulverwaltung eingebunden sind oder noch werden.

Umfassende Bestandsaufnahme

Maria Nacar, Luca Brandel, Dilana Ouso, Medayin Özen, Leoni Chong, Selin Kayku, Silvan Coir und Max Bolten kümmerten sich im ersten Teil des Projekts vor allem um das Thema Bestandsanalyse. Konkret ging es um das sogenannte H-Gebäude, in dem derzeit Büros und Labore des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik untergebracht sind. Die Studierenden haben den Baukörper vermessen, unter anderem mit 3-D-Laserscannern. Ihre Ergebnisse haben sie mit den vorhandenen Plänen abgeglichen und ein dreidimensionales virtuelles Modell erstellt. Diese digitalen Planunterlagen erlauben nicht nur einen Einblick in die vorhandenen Räume, sie können auch als Basis für die Entwicklung neuer Nutzungsszenarien dienen. "Eine umfassende Bestandsaufnahme ist die Basis jeder Umbauplanung", sagt Martin Zerwas. Teil dieser Analyse war auch die Untersuchung der Akustik und der thermischen Behaglichkeit sowie eine Erfassung der Bauschäden.

Interessen der Studierenden berücksichtigen

Das H-Gebäude ist eines von drei Gebäuden am Campus Eupener Straße, die im Eigentum der FH sind. Das eröffnet der Hochschule und insbesondere den Verantwortlichen im Bereich Bauen neue Möglichkeiten. Günter Klein vom Dezernat Facility Management initiierte die Zusammenarbeit mit den Architekturstudierenden. Er betont: "Wir möchten am Standort Eupener Straße langfristig planen und die Interessen der Studierenden von Anfang an berücksichtigen."

Bauen im Bestand wird immer wichtiger

Für die acht Viertsemester:innen war die Arbeit eine besondere Herausforderung. Besonders spannend sei gewesen, dass sie die Aufgabenstellung und die Herangehensweise von Anfang an mitentwickeln konnten. Für Evelin Rottke ist dieser umfassende, fachübergreifende Ansatz wegweisend: "Das Thema Bauen im Bestand wird für Architekt:innen immer wichtiger werden. Je mehr wir erhalten können, desto besser ist es. Das erfordert aber auch neue Kompetenzen und Denkweisen."

150 Studierende befragt

Neben der baulichen Bestandsanalyse kümmerte die Gruppe sich auch schon um Perspektiven für die zukünftige Nutzung. Sie befragte 150 Studierende der an der Eupener Straße ansässigen Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Wirtschaftswissenschaften nach ihren Wünschen und Bedürfnissen. "Das Ziel ist, dass die Studierenden gerne Zeit am Campus verbringen", betonen sie. Dazu gehörten gut ausgestattete Lernräume, aber auch beispielsweise ein Kiosk und ein Café mit längeren Öffnungszeiten. Der Grundgedanke der Flexibilität spielt eine entscheidende Rolle. Um dynamischen Entwicklungen und Arbeitsformen auch baulich gerecht werden zu können, müssen die Räume vielseitig nutzbar sein – auch zukünftig. Nach Ansicht der Studierenden bietet der Außenbereich am Campus Eupener Straße ebenfalls großes Potenzial, etwa im – bisher weitgehend ungenutzten – Park und rund um den Teich.

Gute Bausubstanz

Konkrete erste Schritte könnten im H-Gebäude umgesetzt werden. Die gute Nachricht ist, dass das Gebäude – erbaut 1999/2000 – eine gute Bausubstanz aufweist. Bemerkenswert sind vor allem das Atrium, das dem Bau eine hohe Aufenthaltsqualität verleiht, und die Parkplätze in den unteren beiden Geschossen. Erste Ideen der Studierenden laufen darauf hinaus, das Atrium intensiver zu nutzen und die Fassade zu begrünen.

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